Haltungsverbot

 

Home
Verbot von Exoten
Artikel
Thüringen
Positivliste

 

zooplus.de

In Partnerschaft mit Amazon.de

            

 

 

 

 

 

                                                                              

Seit dem 09.10.2007 gibt es in Hessen ein Haltungsverbot für gefährliche Tiere. Die von der Verordnung erfassten Arten zeugen von absoluter Willkür und mangelndem Sachverstand. So stellt sich die Frage, wieso Vogelspinnen verboten sind, während Bienen weiterhin frei fliegen dürfen. Und das obwohl jährlich weltweit jährlich 140.000 Menschen durch Bienen und Wespen sterben  - nach Schlangenbissen kommen "nur" rund 40.000 um. Das Gift von Bienen oder Wespen ist lebensgefährlich, wenn man dagegen allergisch ist. Auf die Frage nach der Giftigkeit von Vogelspinnen antwortet die Redaktion von Was ist Was so:

Das sind Eure Fragen zu diesem Thema:

Sind Vogelspinnen giftig?

Die Frage kommt von Karina aus Stolberg.

Die Vogelspinnen jagen mit einer Länge bis zu 9 Zentimetern (die Weibchen) und ihren zottig behaarten Beinen den Menschen oft viel Angst ein. Dabei sind die Vogelspinnen nicht gefährlicher als viele andere Spinnenarten. Werden sie aber bedroht, heben sie die Vorderbeine hoch und imponieren mit ihren Giftklauen. Eine ausgewachsene Spinne der Art Theraphosa Blondi z.B. besitzt Giftklauen mit einer Länge von über 12 Millimetern. Ein Biss kann also tief ins Gewebe eindringen.
 
So ein Biss kann dementsprechend schmerzhaft sein, ist aber oft nicht gefährlicher als der Stich einer Biene oder Wespe. Je nach Vogelspinnenart kann ein Biss auch unterschiedliche Auswirkungen haben. So können bei bestimmten Arten Schwellungen mit Schmerzen von ein paar Stunden bis zu einigen Tagen auftreten. Andere Bisse können den betroffenen Körperbereich zeitweilig lähmen und entzünden.
 
Auf jeden Fall sollten aber Menschen mit einer Allergie gegen Insektgifte die Vogelspinnen meiden. Denn werden Allergiker gebissen, kann dies unter bestimmten Umständen lebensgefährliche Folgen mit sich bringen.

Quelle: http://www.wasistwas.de

Was soll also die ganze Aufregung um ach so gefährliche Tiere. Und seit wann sind Menschenaffen (deren Haltung in Privathand eh nicht vorkommt) gefährliche Tiere? Auch die große Gefahr, die von Wölfen für den Menschen ausgeht, wird von ernstzunehmenden Fachleuten durchaus bezweifelt (ungekehrt gilt sie aber als gesichert). Ein großer Hund stellt mindestens ebenso ein Gefahrenpotential dar.

Auch die Durchführung der Verordnung wird sich wohl in Zukunft als schwierig erweisen. So dürfen zwar bisher gehaltene "Gefahrtier" weiterhin gehalten werden (Bestandsschutz), aber nicht weitergegeben werden. Was passiert denn dann mit Tieren, die aus bestimmten Gründen nicht mehr gehalten werden können (z.B. weil der Vermieter jetzt ob der ach so gefährliche Tiere Stress macht). Fakt ist: Ein entsprechendes Auffangheim existiert nicht, die Tiere werden also getötet werden müssen - ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Ziel der ganzen Verordnung ist es, unser Hobby langfristig zu verbieten. Es ist abzusehen, dass die Liste der nicht mehr zu haltenden Tiere erweitert wird. Wann also ein Großteil der Säuger betroffen sein wird, ist nur eine Frage der Zeit. Deshalb gilt es sich jetzt zu wehren und in der Öffentlichkeit Flagge zu zeigen. Wer jetzt noch glaubt, im stillen Kämmerchen vor sich werkeln zu können, der wird schneller als ihm lieb ist erkennen müssen, dass man ihm sein Hobby kaputtgemacht hat. Nur die Einigkeit aller Halter von exotischen Tieren macht uns stark, da Politiker ausschließlich in Wählerpotential denken. Und da sind uns die Tierschützer um einiges voraus.

Um es klar zu sagen: Es geht nicht darum, jede Hinterhofhaltung zu legitimieren. Einschränkungen in Form von Haltungsrichtlinien und Sachkundenachweisen sind im Sinne der Tiere sehr zu befürworten. Sie müssen aber soweit entbürokratisiert sein, dass sie auch von Otto-Normalbürger händelbar sind. Blinder Aktionismus schadet nur und treibt viele Halter in die Versenkung und letztlich damit auch in die Illegalität. Und dabei geht viel Know-How verloren, auch zum Nachteil der Tiere. Denn gerade was die Erkenntnisse über das Verhalten und die Biologie vieler Kleinsäuger aber auch Reptilien angeht, leisten Privathalter viel Aufklärungsarbeit die Zoos nicht leisten können, da die kleine Arten bei ihnen meist nur ein Schattendasein fristen. Wenn solche Arten dann aber vom Aussterben bedroht sind (siehe z. B. viele Amphibien), dann sind es diese Fachleute, die das Überleben der Art sichern können. Auch deshalb ist die Haltung in Privathand praktizierter Artenschutz. Schon Konrad Lorenz wusste:" Der Mensch wird nur schützen, was er kennt". In diesem Sinne muss die private Haltung von Exoten auch weiterhin möglich sein.

 

Ich fordere deshalb:

1. Einschränkung von Importen (nur noch geringe Stückzahlen an sachkundige Halter)

2. Sachkundenachweis für die Haltung exotischer Tiere (auch bei anderen Tierarten wäre dies eine sinnvolle Option)

3. Haltungsrichtlinien für die tiergerechte Unterbringung

 

Auf diese Weise ist eine tiergerechte Haltung durchaus machbar. Verboten aber sind lediglich destruktiv und helfen letztlich weder dem Halter, noch dem Tier. Denn in Zieten zunehmender Umweltzerstörung und Erderwärmung werden bald auch Arten auf der Roten Liste stehen, die heute noch häufig in ihrem Lebensraum sind. Eine Lebensraum lässt sich aber langsamer wieder herstellen als die Arten in ihm verschwinden. Hier werden Populationen in Menschenhand zunehmende Bedeutung bekommen. Deshalb sind wir Halter aufgefordert, sorgsam mit den uns anvertrauten Kreaturen umzugehen. Die Politiker sind aber aufgefordert, uns unser Hobby auch zukünftig zu ermöglich - im Sinne der Tiere und der Menschen.

nach oben

Folgende Tiere stuft das Land Hessen als Gefahrtiere ein (diese Liste ist sicherlich nur ein Anfang, langfristig sollen alle Exoten verboten werden - dies gilt auch für Kornnattern, Springmäuse etc.).

 nach oben

Merkblatt zum Verbot der Haltung gefährlicher

Wildtiere in Hessen

Was ist bei der Haltung gefährlicher Wildtiere in Hessen zukünftig zu beachten?

Durch die Änderung des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und

Ordnung (HSOG) ist in Hessen seit dem 9. Oktober 2007 die nicht gewerbsmäßige

Haltung gefährlicher Wildtiere verboten. Ziel der Regelung ist es, die Bevölkerung vor

Gefahren durch diese Tiere zu schützen.

Das Verbot gilt allein für die hobbymäßige Haltung der Tiere durch Privatpersonen. Gewerbsmäßige Tierhaltungen sind davon nicht betroffen. Außerdem genießen die bereits vor dem Stichtag 9. Oktober 2007 in Privathand gehaltenen gefährlichen Tiere Bestands-schutz. Gleiches gilt für bereits vor diesem Zeitpunkt erzeugte Nachkömmlinge.

􀂃 Unsere Bitte an Sie: Bitte prüfen Sie zukünftig vor dem Erwerb eines Tieres, ob es zu einer als gefährlich eingestuften Tierart gehört, dessen Haltung in Hessen verboten ist. Dies gilt insbeson-dere bei einem Kauf über das Internet, bei dem eine ausreichende Beratung nicht immer gewährleistet ist.

Welche Tierarten fallen unter das Verbot?

Verboten ist die Haltung von Tieren, die in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gift oder Verhalten erheblich verletzen können. Zu den als gefährlich einge-stuften Tieren gehören neben einigen Säugetier- und Riesenschlangenarten vor allem

Krokodile, Giftschlangen, Spinnen und Skorpione. Die vollständige Liste der unter das

Verbot fallenden Tierarten ist dem Anhang dieses Merkblatts zu entnehmen.

Worauf muss ich als Halter eines gefährlichen Tieres achten?

Für bereits vor dem 9. Oktober 2007 gehaltene gefährliche Tiere gilt kein Haltungsverbot, wenn Sie die Tierhaltung nach § 43a Abs. 2 HSOG bis spätestens 30. April 2008 dem je-weils örtlich zuständigen Regierungspräsidium schriftlich anzeigen.

Der Vordruck für diese Anzeige kann beim Regierungspräsidium angefordert oder von der Homepage der Behörde unter www.rp-darmstadt.hessen.de abgerufen werden. Bei recht-zeitigem Eingang der Anzeige erhalten Sie vom Regierungspräsidium eine Bestätigung, die Sie bei Kontrollen bzw. Nachfragen von Behörden vorzeigen können.

􀂃 Bitte beachten Sie, dass bei verspätet eingegangenen Anzeigen kein Bestandsschutz geltend gemacht werden kann!

􀂃 Auch wenn Sie Halter eines bereits bei der Artenschutzbehörde gemeldeten Wirbeltieres einer geschützten Art sind, müssen Sie die Tierhaltung auf Grundlage des § 43a Abs. 2 HSOG anzeigen, sofern die Tierart als gefährlich eingestuft wurde. Eine vorliegende Meldung nach § 7 Bundesartenschutzverordnung allein gewährt keinen Bestandsschutz!

Bitte informieren Sie das jeweils örtlich zuständige Regierungspräsidium nach Möglichkeit auch über spätere Standortverlegungen (z.B. durch Umzug) und über die Abgabe bzw. den Tod des Tieres/der Tiere.

Die Abgabe eines unter das Haltungsverbot fallenden gefährlichen Tieres an Privatpersonen

– sei es durch Verkauf, Schenkung oder Tausch – ist innerhalb Hessens nicht mehr gestattet. Der Bestandsschutz bezieht sich ausschließlich auf die Haltung bestimmter Tiere durch bestimmte Tierhalter. Eine Abgabe in andere Bundesländer ist grundsätzlich möglich, sofern dort keine Verbotsvorschriften für gefährliche Tiere bestehen.

Bitte beachten Sie auch, dass Nachzuchten nach dem 9. Oktober 2007 unzulässig sind.

Gibt es Ausnahmen von dem Haltungsverbot?

Die Regierungspräsidien können auf Antrag Ausnahmen von dem Haltungsverbot zulassen, wenn ein berechtigtes Interesse an der Haltung (zum Zwecke von Wissenschaft und Forschung oder bei vergleichbaren Zwecken) nachgewiesen wird.

Was geschieht, wenn gegen das Verbot verstoßen wird?

Die verbotswidrige Haltung eines gefährlichen Wildtieres stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 5000 € geahndet werden kann. Außerdem können die Tiere sicherge-stellt und eingezogen werden.

􀂃 Bitte zeigen Sie deshalb die vorhandene Haltung eines gefährlichen Tieres rechtzeitig bis zum 30. April 2008 bei dem für Sie zuständigen Regierungspräsidium an und verzichten Sie – im eigenen Interesse und im Interesse der Allgemeinheit - zukünftig auf den Erwerb solcher Tiere.

Sollten Sie Fragen zum Verbot der Haltung gefährlicher Wildtiere haben oder weitergehende Informatio-nen benötigen, wenden Sie sich bitte an die nachfolgend genannten Ansprechpartner/innen:

Markus Conrad Tel.: 06151/12-6823 E-Mail: m.conrad@rpda.hessen.de

Nicole Gorka Tel.: 06151/12-6111 E-Mail: n.gorka@rpda.hessen.de

Gabriele Fillbrandt Tel.: 06151/12-5431 E-Mail: g.fillbrandt@rpda.hessen.de

Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat V 53.2, Wilhelminenstr. 1 – 3, 64283 Darmstadt

Telefax: 06151/12-6381, www.rp-darmstadt.hessen.de

Stand: 17. Oktober 2007

 

nach oben