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Da es in jüngster Zeit verschiedentlich zu Irritationen kam, ab wann eine Zucht als gewerblich anzusehen ist (auch einige Behörden sehen sich scheinbar nicht in der Lage die aktuellen Gesetzestexte zu lesen und zu verstehen), hier kurz die wichtigsten Rechtsvorschriften:

Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes vom 9. Februar 2000

(aus: Bundesanzeiger, Nr.36a, vom 22.02.2000. Herausgeber: Bundesministerium der Justiz)

12.2.1.5 Gewerbsmäßig im Sinne der Nummer 3 handelt, wer die genannten Tätigkeiten selbständig, planmäßig, fortgesetzt und mit der Absicht der Gewinnerzielung ausübt.

12.2.1.5.1 Die Voraussetzungen für ein gewerbsmäßiges Züchten sind in der Regel erfüllt, wenn eine Haltungseinheit folgenden Umfang oder folgende Absatzmengen erreicht:

- Hunde: 3 oder mehr fortpflanzungsfähige Hündinnen oder 3 oder mehr Würfe pro Jahr

- Katzen: 5 oder mehr fortpflanzungsfähige Katzen oder 5 oder mehr Würfe pro Jahr

- Kaninchen, Chinchillas: mehr als 100 Jungtiere als Heimtiere pro Jahr

- Meerschweinchen: mehr als 100 Jungtiere pro Jahr

- Mäuse, Hamster, Ratten, Gerbils: mehr als 300 Jungtiere pro Jahr,

- Reptilien: mehr als 100 Jungtiere pro Jahr, bei Schildkröten: mehr als 50 Jungtiere pro Jahr

Ein gewerbsmäßiges Züchten liegt in der Regel vor, wenn bei Vögeln regelmäßig Jungtiere verkauft werden und

- mehr als 25 züchtende Paare von Vogelarten bis einschließlich Nymphensittichgröße,

- mehr als 10 züchtende Paare von Vogelarten größer als Nymphensittiche (Ausnahme: Kakadu und Ara: 5 züchtende Paare)

gehalten werden oder bei sonstigen Heimtieren ein Verkaufserlös von mehr als 4000 DM (respektive 2000 Euro) jährlich zu erwarten ist.

Als Haltungseinheit gelten alle Tiere eines Halters, auch wenn diese in unterschiedlichen Einrichtungen gehalten werden, aber auch die Haltung von Tieren mehrerer Halter, wenn Räumlichkeiten, Ausläufe und ähnliches gemeinsam genutzt werden.

Aus meiner Sicht bedeutet dies für die Zucht von Exoten:

  • Da es sich um nicht domestizierte Tiere handelt, deren Zucht nicht planmäßig erfolgen kann, da bei vielen Arten die Zucht nach wie vor sehr schwierig und damit auch vom Zufall abhängig ist, können Exoten (zumindest bisher) nicht gewerbsmäßig erfolgen.

  • Gerade bei Exoten übersteigen die Ausgaben (Gehege, Futter, Tierarztkosten, Anschaffungskosten für Tiere) die Einnahmen aus der Abgabe von Nachzuchten bei weitem, zumal vielfach Nachzuchten untereinander getauscht werden.

  • Kaum ein Exotenzüchter wird mit exotischen Nagetierarten mehr als 300 Jungtiere pro Jahr erzielen. Im Gegenteil, bei vielen Arten (z.B. bei seltenen Rennmausarten wie Gerbillus gerbillus oder Psammomys obesus) ist jeder Liebhaber froh, wenn er überhaupt Nachzuchten erzielen kann.